Rudi Benzien

Deutscher Schriftsteller  ·  1936 – 2018

Horizonte  (1963)
Wo Himmel und Erde sich berühren
Für unseren Blick,
dorthin sollt ihr gehen.

Wer sich gefangen gibt im Gefängnis
seiner Trägheit,
ist tot schon vor der Zeit,
nutzlos sein Tun,
sinnlos seine Reden.

Eilend von Erkenntnis zu Erkenntnis
überwinden wir die Schwelle Zeit.

Fürchtet nicht den Horizont:
Er ist nicht das Ende,
sondern der Anfang.
— Rudi Benzien

Biographie

Rudi Benzien wurde im olympischen Jahr 1936 in Berlin geboren.

Seine Kindheit war geprägt von misslichen zeitgeschichtlichen Umständen: Krieg, Evakuierung und Flucht führten ihn durch Mecklenburg, Pommern, Schlesien und Bayern.

Nach dem Grundschulabschluss absolvierte er eine Lehre als Werkzeugmaschinenschlosser. Anschließend sammelte er Lebens- und andere Erfahrungen in verschiedensten Berufen – als Bauarbeiter, Angestellter eines Reisebüros, Zeitschriftenwerber, Taxifahrer, Dreher und Mitarbeiter einer pädagogischen Einrichtung.

Nach einem Studium am Lehrerbildungsinstitut zu Berlin war er zunächst Lehrer an einer Schule in Berlin-Oberschöneweide, später Redakteur bei einer Jugendzeitschrift.

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Seit 1981 arbeitete Benzien als freier Autor. Journalistische Dienstreisen und Teilnahmen an internationalen Kongressen führten ihn nach Frankreich, Schweden, Finnland, in die Sowjetunion, nach Tunesien, Korea, Ungarn und Bulgarien.

Seine Jugendbücher Gitarre oder Stethoskop, Berlin, hier bin ich, Schwester Tina und John Lennon Report zählen zum „goldenen Fond der DDR-Jugendliteratur" und finden in den Bibliotheken noch immer ihre Leser.

Rudi Benzien hatte drei Kinder, vier Enkelkinder und vier Urenkel. Bis zu seinem Tod am 20. Oktober 2018 lebte er in Berlin.